Alles im Rahmen

Gerhard Ruiss Seit Jahren verbessern Kunst- und Kulturverantwortliche die Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur. Demnach müßten sie sich eigentlich schon verbessert zeigen. Zum Beispiel, indem der für die Kunst- und Kulturvermittlung an Schulen eingerichtete Österreichische Kultur-Service keine gesponserten Jugendkochwettbewerbe als exemplarisch für seine Tätigkeit anführt, sondern Veranstaltungen mit Künstlern. Wo Rahmenbedingungen verbessert werden, kann auch die "Kreativwirtschaft" bzw. der Erfindungsreichtum der Wirtschaft, ständig neue Zugänge zu

IG Kultur Steiermark neu!

Am 30. Juni 2003 hat in Graz die Generalversammlung der IG Kultur Steiermark einen neuen Vorstand gewählt. Diesem gehören neben Michael Petrowitsch (Vorsitzender) auch Martin G. Wanko, Andrea Dörres, Anton Lederer, Günter Eisenhut und Anita Hofer an. Im Zuge der Generalvrsammlung haben die anwesenden 34 Kulturinitiativen folgendes Selbstverständnis und Maßnahmenpaket für ihre Landesvernetzung festgelegt: Die IG Kultur Steiermark ist ein Zusammenschluss steirischer Kulturinitiativen. ist ein Sprachrohr

Umverteilung oder Racheakt?

Kunststaatssekretär Franz Morak streicht Wien zunehmend Förderungen und verspricht eine Umverteilung zu Gunsten der Bundesländer. Damit ist die Förderpraxis der Bundesregierung erneut in Diskussion geraten. Auf den ersten Eindruck mag die Ankündigung ja sehr verlockend klingen. Doch: Was haben die regionalen Kulturinitiativen tatsächlich davon? Der angebliche Vorteil der Regionen kam in den Jahren 2000 bis 2002 vor allem dem Kärntner Landeshauptmann für ein Denkmal des anti-slowenischen

Freie Medien sind für moderne Stadtgesellschaften unverzichtbar!

Bernhard Amann: Mediencamp in Wien verdient volle Unterstützung "Dass die Wiener Medienprojekte wie Radio Orange und Public Netbase zu dieser Form der Selbsthilfe greifen mussten, ist für die IG Kultur Österreich nicht verwunderlich", erklärt deren Vorsitzender Bernhard Amann anlässlich der spontan-aktionistischen Errichtung eines Mediencamps am Karlsplatz vor genau einer Woche. Als Grund führt Amann das Versäumnis der Stadt Wien an, gegen die demokratiefeindliche Kultur- und Medienpolitik

"Weil mir Tiroler sein...!" Oder: Kulturelle Identität und Tiroler Politik

Kultur ist politisch In der faschistischen Kerkerhaft rückte Antonio Gramsci, einer der maßgeblichsten marxistischen Denker Italiens, von der Idee ab, Herrschaft würde ausschließlich durch ökonomische Verhältnisse bestimmt. Kultur, so stellte er in seinen Gefängnisheften fest, sei dasjenige Feld, in dem unterschiedliche soziale Kräfte um die Hegemonie ringen.

Mauerblümchen Moraks Kampf gegen den österreichischen Film

Daniela Koweindl und Claudia Slanar Hätten Sie 's gewusst? Die Diagonale ist... 1) ... das größte Festival des österreichischen Films. 2) ... das größte österreichische Filmfestival. 3)... das Österreichfestival für den größten Film. Sie waren sich nicht sicher? Das macht nichts, auch der Staatsekretär für Kunst Franz Morak hat ein Problem mit der Definition, und überhaupt wird sich ja in Zukunft einiges verändern, was dieses Festival

Morak reloaded. Kulturpolitik als Matrix eines Amoklaufs?

Martin Wassermair Die Raserei beginnt im Kopf. Wer Amok läuft, sieht zuvor unentrinnbar schwarz. Schon Stefan Zweig wusste 1922 darüber zu berichten: "Es ist eine Art Trunkenheit, eine Tollheit, eine Art menschlicher Hundswut, ein Anfall sinnloser Monomanie". Eine Farbe, so sehr diskreditiert? "Schwarz sehen", so will uns - ganz im Gegenteil - die Politische Akademie der ÖVP in zeit_schritt (Nr.15, März 2003), einem Magazin für modern

Forderung nach Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik

Immer häufiger sind Meldungen von Kulturinitiativen, KünstlerInnen und Theatergruppen zu vernehmen, die zumeist seit Jahren unterfinanziert sind und jetzt von nochmaligen Kürzungen oder bereits vom Ende ihrer Projekte berichten. "Die Einschnitte in der Kulturförderung haben mittlerweile ein Ausmaß angenommen, dass das kulturelle Leben in seiner Vielfalt ernstlich bedroht ist", erklärt Bernhard Amann, Vorsitzender der IG Kultur Österreich. In einem der aktuellen Fälle betrifft es einmal mehr

Zwischen Selbstausbeutung und politischer Marginalisierung

Perspektiven salzkämmerischer Jugendkulturarbeit Klaus Wallinger Was ist denn das eigentlich: Jugend und Jugendkultur. Damit haben der Staat, die politischen Parteien, die Kirchen, die Öffentlichkeit, nicht zuletzt die Wirtschaft ihre liebe Not. Es herrscht Verwirrung. Aus den Ruinen des vorigen Jahrhunderts hat sich auf dem Weg in die postmodernen Fertigteile der Beliebigkeit eine vielfältige und widersprüchliche Generation entwickelt. Konnte man in den 60er und 70er-Jahren noch von

Medienkonferenz, vier Jahre danach.

Was ist geblieben von der demokratiepolitischen Aufbauarbeit? Martin Wassermair Kommt er? Kommt er nicht? Das bange Warten auf den Kunststaatssekretär bis zur letzten Minute war geradezu signifikant für die Situation. Dennoch war der Auftakt zur Medienkonferenz an der Linzer Kunstuniversität Anfang Mai 1999 in seiner Aufbruchstimmung nicht getrübt. Peter Wittmanns verspätetes Eintreffen spiegelte schließlich die Entwicklung der Medienkultur in diesem Lande wieder, in der freie Medieninitiativen

Schwerpunkte 2003: Gesellschaftspolitik und Rückgewinnung der Öffentlichkeit

Im Vorfeld der Generalversammlung 2003 hat der Vorstand der IG Kultur Österreich vergangenes Wochenende auch die programmatischen Schwerpunkte für die kommenden Monate festgelegt. Ausgehend von dem Umstand, dass Neoliberalismus, monopolisierte Wirtschaftsmacht, die Verdrängung der Politik sowie die Entsolidarisierung in der Gesellschaft immer stärker um sich greifen, will man fortan noch mehr als bisher das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Kulturarbeit mit gesellschaftspolitischer Ausrichtung schärfen. "Es gibt

Kunstbericht 2001: Kein Grund zum Jubeln

Kürzungen drängen Kulturinitiativen an den Rand der Existenz Die Jubelmeldung von Kunststaatssekretär Franz Morak, im Kunstbericht 2001 sei eine Erhöhung der Kunstförderung ausgewiesen, kann von den österreichischen Kulturinitiativen bestenfalls als blanker Zynismus aufgefasst werden. "Wir haben in der Analyse feststellen müssen", erklärte Bernhard Amann, Vorsitzender der IG Kultur Österreich, "dass das Gesamtbudget der zuständigen Abteilung ein weiteres Mal gekürzt wurde." Alleine für die ersten beiden Amtsjahre