Diskussion: Identität versus Diversität

Identität und Diversität - Zwei Schlagworte aus der aktuellen kulturpolitischen Diskussion. Eine Podiumsdiskussion am 19. September im Depot in Wien beschäftigt sich mit der Begriffsklärung und Einordnung in Theorie und Praxis.

Identität und Diversität - Zwei Schlagworte aus der aktuellen kulturpolitischen Diskussion. Eine Podiumsdiskussion am 19. September im Depot in Wien beschäftigt sich mit der Begriffsklärung und Einordnung in Theorie und Praxis.

Als Auswirkung der Globalisierung, die Barrieren scheinbar abbaut, zeichnen sich immer neue Grenzziehungen und die Schaffung neuer Definitionen des Verständnisses von gesellschaftlicher Inklusion ab. Während sich die Bewohner eines Nationalstaats nicht mehr alleine als Staatsbürger verstehen, sondern sich recht frei innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Kontextes verorten, beklagen konservative Kräfte den Verlust der nationalen Identität und fordern eine Besinnung auf die Herkunft. Dies mündet aber häufig in absurden Diskussionen wie jüngst die Debatte, ob sich die Jugend noch genügend um den Nachwuchs und damit den Bestand der österreichischen Identität kümmert. Andere politische Kräfte setzen dem Konzept der nationalen Identität das der kulturellen Diversität entgegen. Dabei wird häufig übersehen, das dies aber nur eine Fortsetzung des Konzeptes der Aufteilung der Gesellschaft ist, die jedoch nur an anderen Grenzen verläuft.

Gerade im Hinblick auf die Stellung der MigrantInnen in der Gesellschaft, der Entstehung eines geeinten Europas und der immer größeren Bedeutung grenzüberschreitender Interaktionen wird deutlich, dass ein alleiniges Beharren auf einer nationalen Identität keine Basis für kulturpolitische Diskussionen sein kann. Vielmehr rückt die Frage nach einer Standortbestimmung im Dreieck von nationaler Identität, kultureller Diversität und Differenz in den Vordergrund. Wie sind diese Begriffe einzuordnen und welche Bedeutung haben sie für Leute aus der Praxis?

Die Podiumsdiskussion am 19. September 2003 im Depot in Wien mit TheoretikerInnen und PraktikerInnen wird sich mit Hilfe vorbereiteter Statements der ExpertInnen und einem Diskussionsteil mit diesem aktuellen Thema befassen und gegenwärtige Entwicklungen hinterfragen.

Die Veranstaltung ist die erste einer geplanten Reihe von Diskussionen der IG Kultur Österreich in Zusammenarbeit mit dem Büro für ungewöhnliche Maßnahmen. Eine weitere Veranstaltung ist am am 13. November 2003 in Paris beim ESF (European Social Forum) geplant.

TeilnehmerInnen:
Gerald Raunig (eipcp - Europ. Inst. f. Progressive Kulturpolitik)
Erika Doucette (FeMigra)
Hans-Jürgen Tempelmayr (Integrationsangelegenheiten der Stadt Wien)
Jo Schmeiser (KünstlerInnengruppe Klub Zwei)

Moderation:
Ljubomir Bratic, (BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen)

Termin:
Fr., 19. September 2003, 19.30 Uhr

Ort:
Depot, Breitegasse 3, A-1070 Wien

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