Dem Zeitgenössischen Zirkus eine Stimme geben!

Dem Zeitgenössischen Zirkus eine Stimme geben! Dem zeitgenössischen Zirkus ist es - durch gezielte kulturpolitische Anstrengungen - gelungen in der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes eine eigene Förderschiene zu implementieren. Die IG Kultur Österreich hat Yohann Floch für einen Vortrag über Zeitgenössischen Zirkus nach Wien eingeladen und Eliška Brtnická aus Prag wird das Festival Funfatale vorstellen.
©Fresh Arts Coalition Europe

Die AkteurInnen des zeitgenössichen Zirkus formieren sich zum kulturpolitischen Aufbruch! Dem zeitgenössischen Zirkus ist es - durch gezielte kulturpolitische Anstrengungen - gelungen in der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes eine eigene Förderschiene zu implementieren. Nun gilt es weitere politische Ziele zu definieren und die Rahmenbedingungen österreichweit für Zirkusschaffende und für KulturarbeiterInnen zu verbessern.

Die IG Kultur Österreich lädt aus diesem Grunde alle ZirkuskünstlerInnen und Kulturinitiativen zu einem Open Space am 20. Mai 2017 ins WUK ein. Zur Einstimmung haben wir Yohann Floch um eine Keynote gebeten, er wird dabei auf verschiedene transnationale Trends eingehen und auch Modelle für Produktion und Touring vorstellen.

Eliška Brtnická aus Prag stellt das Festival Funfatale vor.

Im Anschluss werden in einem moderierten Open Space die wichtigsten kulturpolitischen Anliegen und Maßnahmen formuliert.

Den Zirkusschaffenden soll hier auch die Möglichkeit geboten werden, sich über die Formen ihrer politischen Vertretung auszutauschen. Seitens der IG Kultur Österreich besteht das Angebot einer Mitgliedschaft für Zirkusschaffende, die eine gleichzeitige Mitgliedschaft bei der IG freie Theater beinhaltet.

Wir freuen uns darauf mit Euch gemeinsam die Forderungen und Strategien für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für KulturarbeiterInnen und Zirkusschaffende zu erarbeiten.

 

Samstag 20. Mai 2017
WUK, Museumsräume
Währingerstraße 59

11.00 bis 12.30 Uhr Vortrag mit Diskussion
12.30 bis 13.30 gemeinsames Mittagessen
13.30 bis 16.30 Kulturpolitischer Open Space

Zur besseren Planung ersuchen wir um Anmeldung unter: schuster@igkultur.at

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. Der Open Space wird auf Deutsch und Englisch abgehalten. Im Anschluss an die Generalversammlung der IG Kultur Österreich wollen wir uns mit einem neuen Arbeitsfeld intensiv auseinandersetzen.

 

Zirkus hat sich stark entwickelt und ist zu einer sehr anspruchsvollen Kunstform gereift. Von „klassisch“ über „neu“ bis „zeitgenössisch“ hat die Zirkuskunst ihre eigene reiche Geschichte kreiert, indem Sie die Trends der darstellenden Künste einbezog, aber auch ein ganze Reihe von künstlerischen Ausdrucksformen, vom zeitgenössischen Tanz, über postdramatisches Theater, neue Medien oder Visual-arts, willkommen hieß. 
Vom Entstehen des „Nouveau Cirque“ in den späten 60er und frühen 70er Jahren bis zur Geburt des zeitgenössischen Zirkus in der Mitte der 90er Jahre haben die Zirkusartisten ästhetische Bewegungen kreiiert, die sich zwar an Konzepten andere Kunstformen anlehnten oder sie neu interpretierten aber ihre eigene Kunstform schufen.

Bei diesem Vortrag wird sich Yohann Floch mit der Diversität des Zirkus heute und der neuen Generation von ZirkusartistInnen beschäftigen.
Floch wird auf verschiedene transnationale Trends eingehen und dabei Ausschnitte von Shows heranziehen, die von Zirkuskompagnien aus Europa, Australien, Latein – und Nordamerika gestaltet wurden. Er wird die speziellen Merkmale des „Genre“ Zirkus bei Bildung und Training, bei kreativen Prozessen und Schaffensprozessen herausarbeiten, sowie auch Modelle für Produktion und Touring ansprechen.

 

Der Vortrag von Yohann Floch:

Yohann FlochYohann Floch arbeitet als freier Berater für Kunstorganisationen und ist an verschiedenen Projekten wie etwa CASA (Mobilitätsprogramm für KünstlerInnen) und Unpack the Arts (Europäisches Residenzprogramm) beteiligt. Er hält Workshops und Seminare über Kulturpolitik und hält Vorlesungen an Universitäten. Er leitet FACE, die Fresh Arts Coalition Europe, ein internationales Netzwerk von Kunstorganisationen zur Förderung neuer, sozial engagierter, zeitgenössischer und interdisziplinärer Kunstformen. Darunter finden sich der Kategorisierung widersetzende Formen wie Live Art, physisches und visuelles Theater, zeitgenössischer Zirkus, ortsspezifische Künste, immersive und partizipatorische Projekte.
Darüber hinaus ist er als Experte bei der Fondation de France für das Programm Déclics Jeunes tätig, welches individuelle Förderungen für junge Unternehmer vergibt, die als ersten Schritt zu einer professionellen Karriere ein persönliches Projekt umsetzen. Er ist Vorstandsmitglied bei On the Move, einem Netzwerk für Informationen über kulturelle Mobilität. Für CCCE, das kroatische Zirkus-Exportprogramm zur Förderung internationaler Tourneen von Zirkusarbeit, ist er eines der Ausschussmitglieder. Yohann Floch ist auch ein Mitglied der Forschungsgruppe Circus and Its Others, einem zentralen Bestandteil des Transnational, Transdisciplinary Circus Research Network (Kanada).
In der Vergangenheit hat Yohann Floch als International Relations Manager am HorsLesMurs gearbeitet und hat fast acht Jahre lang das Circostrade Network koordiniert. Er leitete sieben Europäische Studien, unter anderem die Studie Street Artists in Europe für das Europäische Parlament. Er koordinierte zahlreiche Publikationen zur Kulturpolitik, über die Vitalität der „outdoor creation“ und zeitgenössischen Zirkus. Er war der Gründungspräsident von TEAM Network, dem europäischen Netzwerk von Kulturmagazinen, sowie Mitglied des IETM-Beirats, einem internationalen Netzwerk für zeitgenössische darstellende Künste. Er arbeitete für die Union der Theater Europas und koordinierte das Theaterfestival La Luzège in Frankreich.

Eliška BrtnickáEliška Brtnická aus Prag stellt das Festival Funfatale vor, einem Zirkusfestival, das weiblichen Artistinnen eine Plattform bietet.

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