Covid-19: Support für Vorarlberger Kultureinrichtungen, Kunst- und Kulturakteur*innen (Stand 29.10.20)

Eine Zusammenstellung aller aktuellen Unterstützungsmöglichkeiten in Vorarlberg und Österreich für von COVID19-Maßnahmen betroffene Kultureinrichtungen und Kunst- und Kulturakteur*innen. (Erstellt 11.04.2020)
Foto von Martin Schachenhofer

Wir bemühen uns, diese Informationen stets zu aktualisieren. Zusätzlich bitten wir um eigenverantwortliches Einholen des tagesaktuellen Stands auf den Internet-Seiten der entsprechenden Institutionen. Die jeweiligen Quellen sind unter den angegebenen Links oder am Ende der Themenbereiche zu finden.
Wir weisen auch darauf hin, dass sich coronabedingte Fördermaßnahmen, die von Bund und der Ländern angeboten werden, unter Umständen gegenseitig ausschließen können. Unsere Empfehlung ist, bei den Fördergeber*innen direkt danach zu fragen.

Unterstützungen für Kulturvereine und Kultureinrichtungen: 

  • NPO-Fonds für gemeinnützige Vereine (wurde im Oktober 2020 um 3 Monate auf Dezember 2020 verlängert). Antragsberechtigt sind u.a. Non-Profit-Organisationen, etwa gemeinnützige Vereine, die die Voraussetzungen der §§ 34-47 Bundesabgabenordnung (BAO) erfüllen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

    >> Sitz und Tätigkeit in Österreich  (soweit es sich nicht um gemeinnützige Rechtsträger aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit handelt).
    >> Die Organisation besteht zumindest seit 10. März 2020.
    >> Die Aktivitäten der Organisation sind durch einen von COVID-19 verursachten Einnahmenausfall beeinträchtigt.
    >> Sie darf zum 10. März 2020 nicht materiell insolvent gewesen sein.
    >> Über sie wurde in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung keine rechtskräftigen Finanzstrafe oder Verbandsgeldbuße verhängt.
    >> Die Organisation hat zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die durch die Förderung zu deckenden förderbaren Kosten zu reduzieren.
    >> Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer*in/Steuerberater*in verpflichtend.
    >> Für die Höhe der Förderung sind die förderbaren Kosten ausschlaggebend. Diese werden zu 100% ersetzt. Mehr dazu hier.
     
  • Fixkostenzuschuss für Unternehmen. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die durch die Corona-Krise einen Umsatzverlust von mindestens 40% im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 erleiden. Fixkosten sind u.a.: Geschäftsraummieten, betriebliche Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen, der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten, Aufwendungen für sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen, betriebliche Lizenzgebühren, Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation, Personalkosten, die für die Bearbeitung von Stornierungen anfallen, sowie ein Unternehmer*innen-Lohn von jedenfalls EUR 666,66 pro Monat, höchstens aber EUR 2.666,67 pro Monat, Nebeneinkünfte im Betrachtungszeitraum sind jedoch von diesem Unternehmer*innen-Lohn abzuziehen. Details hier.
     
  • Gemeinnützige Kulturvereine und GmbHs sowie Non-Profit-Organisationen mit Beschäftigten haben mit dem vom AMS abgewickelten COVID-19 Kurzarbeitmodell die Möglichkeit, bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Normalarbeitszeit (und in Folge das Arbeitsentgelt) vorübergehend herabzusetzen. Ziel von Kurzarbeit ist es, die Arbeitskosten temporär zu reduzieren und gleichzeitig die Beschäftigten zu halten. Seit 01.10.2020 befindet sich das Kurzarbeitszeitmodell in Phase 3, die bis 31.03.2021 dauert.
  • Herabsetzung der AKM-Gebühren / Ruhendstellung der Aufführungsbewilligung für Veranstalter*innen. Die AKM ist bei jenen Mitgliedern, die AKM-Pauschalverträge haben, gesprächsbereit, das Veranstaltungsverbot zu berücksichtigen. Die AKM wird mögliche Lösungen je nach Höhe von Fall zu Fall unterschiedlich handhaben. Bitte nehmt Kontakt zu der zuständigen Geschäftsstelle in Vorarlberg auf. 
     
  • Mietzinsminderung aufgrund von eingeschränkter Nutzung. Mit einer FAQ-Seite der IG Kultur Wien und weiterführenden Informationen und Links auf der IGKÖ-Website.
     
  • Indirekt Unterstützung erhalten Kultureinrichtungen, welche ihre geringfügig beschäftigten Mitarbeiter*innen behalten wollen und diese aber betriebsbedingt stundenmässig zurückstufen müssen, auch durch den Vorarlberger Härtefonds der AK (siehe folgender Beitrag).


Für unselbständig Erwerbstätige: Vorarlberger Härtefonds der AK

Auch geringfügig Beschäftigte und jene Erwerbstätige mit hybriden Arbeitsformen, auf die Förderkriterien der Härtefall-Fonds und weitere Unterstützungsmodelle des Bundes nicht zutreffen, können beim Vorarlberger Härtefonds ansuchen.  Die Vorarlberger Arbeiterkammer fördert nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel unselbstständig Erwerbstätige, die aufgrund des Coronavirus in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Die Hilfsaktion der Arbeiterkammer ist in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Landes Vorarlberg und den Vorarlberger Regionalbanken realisiert worden. Details zu diesem Unterstützungsmodell haben wir hier für euch zusammengestellt.


Für selbständig Erwerbstätige: Vorarlberger Covid-19-Unterstützungsfond

  • Unterstützung zur Abfederung von Einnahmensausfällen für selbständig tätige Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen (Kleinstunternehmen, EPUs, neue Selbständige, freie Dienstnehmer*innen) über den Härtefall-Fonds des Bundes, der über die WKO abgewickelt wird. Neu seit Oktober 2020: Es kann für bis zu 12 Monate aus dem Zeitraum Mitte März 2020 bis Mitte März 2021 Unterstützung beantragt werden. Über Details zur Abwicklung der Phase 2 informiert die IG Kultur Österreich.
     
  • Die Wirtschaftskammer Vorarlberg und das Land Vorarlberg vergeben im Rahmen des COVID-19- Unterstützungsfonds nach Maßgabe der dort verfügbaren Mittel Selbständigen, die aufgrund der Corona-Virus-Krise in eine existenzielle Notlage geraten sind, eine finanzielle Unterstützung. Unterstützungen aus dem COVID-19-Unterstützungsfonds können gewährt werden, wenn die/der Förderungswerber/in mit einem Umsatzrückgang im Ausmaß von mindestens 50 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres konfrontiert ist und dadurch in eine existenzielle Notlage gerät. 
    In Abhängigkeit von der konkreten Einkommens- und Vermögenssituation des Förderungswerbers sowie der nachgewiesenen laufenden Fixkosten kann aus dem COVID-19-Unterstützungsfonds ein einmaliger Zuschuss in Höhe von bis zu EUR 4.000,- gewährt werden. Wichtig zu beachten ist, dass zuerst beim Härtefallfonds angesucht wurde. Die Förderrichtlinien (inkl. Kontakt für Rückfragen) und der Antrag sind auf der Seite der WKO Vorarlberg zu finden.


Für Familien: Corona-Familienhärtefonds des Bundesministeriums

Seit 15. April 2020 können Familien eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich („Corona-Familienhärtefonds“) beantragt werden.Grundvoraussetzung ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Österreich hat und dass zum Stichtag 28.02.2020 für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen wurde. Die Unterstützung kann sowohl unselbstständig als auch selbständig Erwerbstätigen gewährt werden, wenn das aktuelle Einkommen der Familie eine bestimmte Grenze gestaffelt nach Haushaltsgröße nicht überschreitet. Die Förderrichtlinien und der Antrag finden sich auf der Seite des Bundesministeriums.


Unterstützung für Kunst- und Kulturschaffende

ACHTUNG: wichtig für Kunst- und Kulturschaffende ist, die Reihenfolge der Antragstellungen für Fördermaßnahmen des Bundes und des Landes zu beachten. Grundsätzlich sollen Doppelförderungen vermieden werden, daher kann eine Maßnahme die andere ausschließen. Wir empfehlen, die Förderrichtlinien genau durchzulesen:

  1. Antragstellung beim Härtefallfonds des Bundes, der über die WKO abgewickelt wird (siehe Erläuterung unten)
  2. Antragstellung über COVID19-Fonds & Unterstützungsfonds des Künstler-Sozialversicherungsfonds. Details dazu erläutert die IG Kultur Österreich hier.
  3. Weitere Fonds und Instrumente, wozu auch die Arbeitsstipendien und Atelierförderungen des Landes Vorarlberg gehören.
     
  • Unterstützung zur Abfederung von Einnahmensausfällen für Unternehmen, Neue Selbstständige und EPUs über den Härtefall-Fonds des Bundes, der über die WKO abgewickelt wird. Details zu Phase 1 und 2 des Härtefall-Fonds auf der Informationsseite der IG Kultur Österreich.
     
  • Atelierförderung des Landes Vorarlberg für auf Kommissionsempfehlung anerkannte und bisher vom Land geförderte Kunstschaffende. Vorgesehen ist eine monatliche Unterstützung in Höhe von 180 Euro, die für sechs Monate gewährt werden kann. Aus gegebenem Anlass wird die Atelierförderung nun auf alle Sparten ausgeweitet. Kontakt über die Kulturabteilung des Landes Vorarlberg.
    >> ACHTUNG: Die IG Kultur Vorarlberg weist darauf hin, dass dieses coronabedingte Förderinstrument den Förderrichtlinien des Härtefallfonds des Bundes oder des KSVF widersprechen könnte und empfehlen Kunst- und Kulturschaffenden daher dringend, zuerst beim Härtefallfonds, und falls es dort eine Ablehnung gibt, danach beim KSVF zu beantragen.
     
  • Das Land Vorarlberg vergibt kontinuierlich Arbeitsstipendien. Um professionelle Kunstschaffende in der Corona-Krise direkt in ihren Arbeitsprozessen und Projektvorhaben zu unterstützen, setzt das Land Vorarlberg dieses Instrument nun verstärkt ein. Dies kann beispielsweise eine Recherche, die Konzeption einer Ausstellung, ein aktuelles Schreib- oder Kompositionsvorhaben, ein Filmprojekt oder eine Digitalisierungs-Maßnahme sein. Entscheidend ist nicht das Ergebnis, sondern die Unterstützung von Kunstschaffenden aller Sparten in ihren Prozessen. Bei positiver Beurteilung wird jedes Projekt mit 1.000 Euro unterstützt. Interessierte nehmen direkt Kontakt auf mit der Kulturabteilung des Landes. 

    >> ACHTUNG: Die WKO hat die Richtlinien geändert und künstlerische Arbeitsstipendien sind nunmehr kein Ausschlusskriterium für die Inanspruchnahme des Härtefallfonds mehr. Allerdings müssen diese als Nebeneinkünfte angegeben werden, hier mehr dazu.


    Für beide Förderinstrumente gilt das Allgemeine Antragsformular und die darin geforderten Unterlagen. Antragsberechtigt sind freischaffende Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten, die aufgrund der Corona-Krise in einer finanziellen Notlage sind. Grundvoraussetzung für die Vergabe ist ein biografischer Vorarlberg-Bezug (hier geboren oder länger hier gewohnt), eine bisherige Förderung des Landes (=anerkannte Antragsteller) oder eine antragsbasierte neue positive Beurteilung. Studierende sind von der Bewerbung ausgenommen. Nur vollständige Anträge können bearbeitet werden, eine gleichzeitige Berücksichtigung bei beiden Förderinstrumenten ist nicht möglich.
    Die Antragstellung erfolgt über das übliche Allgemeine Antragsformular der Kulturabteilung und enthält: Eine kurze, klare und verständliche Darstellung des Vorhabens/Verwendungszwecks (maximal eine A4 Seite), inklusive Darstellung, warum die Antragstellerin bzw. der Antragsteller von dieser Krisensituation besonders betroffen ist - etwa Absage von Auftrittsmöglichkeiten usw. (maximal eine A4-Seite), sowie ein kurzer künstlerischer Lebenslauf (ebenso maximal eine A4-Seite).
     

  • Comeback-Stipendium (Bewerbungsfrist 01.12.2020) vom Land Vorarlberg, das heimischen Künstlerinnen und Künstlern einen Anreiz bieten möchte, zurückzukehren. Das Stipendium richtet sich an Vorarlberger Künstler*innen aus den Bereichen Bildende und Angewandte Kunst, Musik (Komposition), Literatur, Theater, Tanz und Film. Zur Verfügung gestellt werden jeweils von Februar bis April 2021 eine Wohnung, ein Atelier, ein Reisekostenbeitrag bis zu 600 Euro, ein Stipendium in Höhe von monatlich 1.000 Euro sowie ein Produktionskostenbeitrag von maximal 1.000 Euro. Informationen unter +43 5574/511-22312 oder per E-Mail.
     

  • Vorarlberger Härtefonds für unselbständig Erwerbstätige, der über die Arbeiterkammer Vorarlberg abgewickelt wird. Von der Arbeiterkammer wurde uns im April 2020 Folgendes mitgeteilt: "(...) Wenn in einem Haushalt ein Arbeitnehmer und ein Unternehmer zusammenleben, dann muss der Unternehmer zuerst beim Bund ansuchen. Erst wenn von dort ein Zuschuss gewährt wird, oder eine Absage kommt, wird ein Ansuchen bei uns behandelt. Die aus dem einen Fonds zugesprochene Hilfe wird bei uns angerechnet – das heißt nicht, dass es dann bei uns nichts mehr gibt, sondern dieser Betrag wird zum Haushaltseinkommen dazugerechnet und dann entsprechend unserer Richtlinie behandelt."
    Wichtig: Es wird das Familieneinkommen betrachtet. Sinkt dies um 30%, begünstigt dies die positive Beurteilung des Antrags. Das Gute und im Vergleich zu anderen Unterstützungsmodellen Einzigartige an diesem Fonds ist, dass auch geringfügig Beschäftigte ansuchen können. In unserer Zusammenstellung mehr dazu.

     
  • locart - Verein zur Investition in Kunst und Kultur wurde im Frühjahr 2020 in Reaktion auf die Corona-Krise von 9 Kunst- und Kulturakteur*innen Vorarlbergs gegründet und sammelt von Privatpersonen und Unternehmen Gelder, die ausschließlich lokalen Künstler*innen und Kulturschaffenden zugute kommen. Im Herbst 2020 fand die erste Ausschüttung eines großen Geldbetrages an 36 Vorarlberger Kulturschaffende statt. Interessierte können sich an die Kontaktadresse wenden.
     
  • Niederschwellige und sofortige Unterstützung erhielten in Not geratene Kunst- und Kulturschaffende dieses Frühjahr über Stream in - Kunst hilft Kunst. Das von theatermobil -Macher Armin Weber und Musiker und Politiker Bernhard Weber initiierte Format strahlte seit Ende März jeweils montags und donnerstags um 20.20 Uhr ein die Auflagen beachtendes Live Streaming-Programm in der Theatergarage in Sulz mit Musik, Literatur, Kabarett und Statements aus, das Zuseher*innen über Spenden honorieren können. Die Spenden kamen Vorarlberger Kunst- und Kulturschaffenden zugute.
     
  • Stiftungsinitiative "Stiftungen helfen Künstlern". Bei der Initiative können alle Kultur schaffenden Einzelpersonen einen Antrag auf Unterstützung stellen, die seitens des Corona-Härtefallfonds und des Künstler-Sozialversicherungsfonds aufgrund ihres rechtlichen Status keine Unterstützung erhalten. Ebenso können begründete Härtefälle eingebracht werden, wenn die Mittel aus den beiden Fonds nicht ausreichen, um die persönliche Lebenssituation abzusichern. Die Beurteilung der Vergabe erfolgt über einen Beirat. Alle Informationen über Antragskriterien und benötigte Unterlagen werden in den nächsten Tagen auf www.stiftung-oesterreich.at veröffentlicht.  
     
  • Mietzinsminderung aufgrund von eingeschränkter Nutzung. Mit einer FAQ-Seite der IG Kultur Wien und weiterführenden Informationen und Links auf der IGKÖ-Website.
     
  • Herabsetzung und Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen für angestellte Dienstnehmer*innen in Kultureinrichtungen 
  • Herabsetzung und Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen für selbstständig Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen 
  • Herabsetzung und zinsfreie Stundung der Einkommenssteuer- und Körperschaftssteuervorauszahlungen

 

Unterstützungsfonds speziell für Künstler*innen und Kulturvermittler*innen


FAQs der Kulturabteilung der Vorarlberger Landesregierung 

Auf der Website der Vorarlberger Landesregierung finden Kunst- und Kulturschaffende, die bereits im Fördersystem erfasst sind oder Projekte und/oder Ansuchen stellen möchte, Hinweise zu aktuellen Fragen und zum Vorgehen im Rahmen von COVID-19. Weitere Fragen werden unter folgendem Kontakt beantwortet:
Telefonisch: +43 5574 511 22305 / per Mal: @email 
Kundenverkehr: Montag bis Freitag 08.00 - 12.00 und 14.00 - 17.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung


Weitere Fragen oder das Bedürfnis nach Beratung?

Wir stehen telefonisch unter +43 (0)664 4600291 und per Mail unter @email beratend zur Verfügung.
 

Artikelfoto: Mit freundlicher Leihgabe durch Martin Schachenhofer, Berufsfotograf in Feldkirch

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