„Eine datensichere, soziale und ökologische Alternative zu den großen Datensammlern schaffen.“ - Klimakultur im Gespräch: Sebastian Kuehs, fairkom.

Was kann die Kultur fürs Klima? Umweltschutz im Kunst- und Kulturbereich schien lange Zeit Nebensache und fehlt in den meisten Visionen und Missionstatements weitgehend. Dabei zeigen viele Initiativen und Projekte seit langem, wieviele spannende Impulse zu dem Thema aus dem Sektor kommen. Patrick Kwasi von der IG Kultur im Gespräch mit der Klimakultur. Hier mit Sebastian Kuehs, fairkom, Dornbirn.
Fairkom Dornbirn, Fairapps, Nachhaltige IT

 

 

Sebastian Kuehs, fairkom Dornbirn

Was macht der Verein?

Die fairkom Gesellschaft ist ein gemeinwohlorientiertes Partnerschaftsnetzwerk von selbstständigen IT Consultants bei Open Source Projekten. Wir sehen uns als Teil der Open Source Kultur und beschäftigen uns mit fairer und freier Software. 
Unsere Motivation ist es mit Fairapps eine datensichere, soziale und ökologische Alternative zu den großen kommerziellen Anbietern und Datensammlern zu entwickeln. Auf unserer fairapps.net Plattform mit öffentlich nutzbaren Cloud Dienste und Kommunikationsanwendungen wie Cloud Services, Video- und Chat Anwendungen, ID Management Systeme, unterschiedliche Projektmanagement Anwendungen zum kollaborativen Arbeiten bis hin zu einer energiesparenden Blockchain, bieten wir Alternativen zu gängigen Onlinediensten von Google, Microsoft und Co an und diese wollen wir mit weiteren Web-Anwendungen ausbauen. Wir werden dazu im November auf gemeinwohlprojekte.at eine Crowdfunding Kampagne starten. 

 


Wie seid ihr darauf gekommen?

Die Anfänge der fairkom gehen auf das im Jahr 1994 gegründete PUBLIC VOICE Labor zurück, welches mit Telefondiensten für lokale Bürger*innenbeteiligung in Wien startete. Unsere Mitglieder kümmerten sich beispielsweise auch sehr früh um Creative Commons, weshalb wir im Jahr 2012 offiziell Creative Commons Affiliate in Österreich wurden. Wir waren immer schon eng mit unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen-, sozialen- und Nachhaltigkeitsinititativen verbunden und fördern diese teilweise mit IT Ressourcen. 

 


Warum ist euch das Thema Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit wichtig?

Beim Klimaschutz gibt es Optimierungspotential, nicht nur beim Verkehr, sondern auch in der IT. Die zunehmende Nutzung von Webanwendungen benötigt auch immer mehr Energie-Ressourcen, weshalb wir versuchen unsere Anwendungen und Server energiesparend aufzusetzen. Für uns ist es auch eine Lebensstil-Frage geworden und wir leben es vor, auch privat.

 


Was macht ihr konkret dazu? Habt ihr dazu auch Projekte oder Veranstaltungen?

Nachhaltigkeit und Umweltschutz muss natürlich bei uns selber anfangen, weshalb alle unsere fairapps Anwendungen auf energieeffizienten und CO2-neutralen Servern laufen, darüber hinaus produziert unser Büro drei mehr Solarstrom als es verbraucht. Außerdem moderieren wir mit der Wandeltreppe Vorarlberg aktuell Gespräche mit der IG Kultur Vorarlberg zu Synergien zwischen Kulturveranstaltern und zivilgesellschaftlichen Nachhaltigkeitsinitiativen und engagieren uns in unterschiedlichen Projekten und Initiativen, wie etwa bei fairmove.IT, wo es darum geht bewährte und neue Web-Technologien für Nachhaltigkeitsinitiativen nutzbar zu machen und zu verbinden. 

 


Wie wird das von den Leuten angenommen?

Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch international. Viele sind begeistert, da Nachhaltigkeit in der IT etwas Neues ist, mit dem sich noch kaum jemand beschäftigt hat. Wir merken, dass wir am Zahn der Zeit sind und sich mehr und mehr Menschen nicht nur mit Klima- und Umweltschutz, sondern auch damit beschäftigen, wem sie ihre Daten im Web anvertrauen und welcher Anbieter Privatsphäre ernst nimmt und wer nicht.

 


Wie glaubt ihr, wie sich das in Zukunft entwickeln wird?

Spätestens mit der FridaysForFuture Bewegung sind die Themen Umwelt- und Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wir hoffen, dass es hier endlich auch zu einer Bewegung bei den wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsträger*innen kommt. Klimaschutz geht uns alle an und muss auch ganzheitlich gelöst werden. Wir versuchen zumindest im IT Bereich eine gewisse Vorreiterrolle einzunehmen, in der Hoffnung, dass auch andere diese Klimaschutz-Standards in ihre alltäglichen Geschäftsprozesse implementieren.  

 

 

Sebastian Kuehs ist bei fairkom für Kommunikation und Koordination der Projekte zuständig.

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