„Greta Thunberg als Inspiration für die Jugend“ - Klimakultur im Gespräch: Gabi Hampson, W*ORT.

Was kann die Kultur fürs Klima? Umweltschutz im Kunst- und Kulturbereich schien lange Zeit Nebensache und fehlt in den meisten Visionen und Missionstatements weitgehend. Dabei zeigen viele Initiativen und Projekte seit langem, wieviele spannende Impulse zu dem Thema aus dem Sektor kommen. Patrick Kwasi von der IG Kultur im Gespräch mit der Klimakultur. Hier mit Gabi Hampson, W*ORT, Lustenau.
Gabi Hampson, W*ORT, Lustenau

 

 

Gabi Hampson, w*ort, Lustenau

 

Was macht der Verein?

Das W*ORT ist ein Verein, bei dem sich Erwachsene ehrenamtlich einbringen und mit Kindern etwas teilen, das sie gut können. Ein Talent, eine Leidenschaft, ein Hobby. Durch seine Tätigkeit möchte der Verein den Kindern helfen, ihre Sprache zu finden, ihren Wortschatz zu erweitern, die Kraft des eigenen Ausdrucks kennenzulernen. Im Schreiben, im Sprechen, im Tun. Unsere Aktivitäten sind vielfältig und beinhalten unter anderem Schreibwerkstätten, Erfinderwerkstätten, Theater, Musik, Betrieb eines ehrenamtlichen Cafes (wird in den Schulferien von Kindern bewirtet), etc. Bei vielen Projekten entsteht am Ende ein Produkt/eine Veröffentlichung. Wir haben u.a. Einen Schulhausroman, ein Memory in 8 Sprachen, Mitmachbücher zu den Themen Wasser und Energie und ein Buch mit dem Titel Geisterhäuser - ein Buch über den Leerstand in Lustenau - veröffentlicht. Zudem entstehen am Ende der Erfinderwerkstatt WILMA Videos, in denen die Kinder ihre Erfindungen darstellen.

 


Wie seid ihr darauf gekommen?

Die Idee für unseren Verein basiert auf dem TED-Wish vom amerikanischen Schriftsteller Dave Eggers. Er hat sich gewünscht, dass sich Bürger ehrenamtlich für die Bildung der Kinder einsetzen und die Arbeit der Schulen ergänzen und unterstützen. Dieser TED-Talk hat ein Team in Lustenau motiviert, sich ein solches Center in London anzuschauen und es dann in Lustenau auch umzusetzen. 

 


Was macht ihr konkret zum Thema Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit?

Wir arbeiten eng mit der Marktgemeinde Lustenau zusammen. Schon recht früh haben wir eine gute Zusammenarbeit mit der Umweltabteilung entwickelt. Diese Abteilung muss bestimmte Themen bearbeiten und Kindern vermitteln, wir haben Zugang zu Kindern und wissen, wie wir sie gut abholen/erreichen können. Gemeinsam arbeiten wir nun an diesen wichtigen Themen, die Kinder lernen auf Augenhöhe und werden MultiplikatorInnen. Weitere Partner im Bereich Umwelt sind unsere Bibliothek, die Schulen, das Energieinstitut, eine Umweltpsychologin und eine Naturpädagogin.
Wir schauen immer darauf, dass wir auch in unserem Tun nachhaltig sind - bei der Verwendung von Materialien in unseren Workshops sowie bei Veranstaltungen, die wir abhalten. Dies wird auch den Kindern vermittelt. Projekte und Veranstaltungen, die wir im Bereich Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit umgesetzt haben, sind eine Anti-Littering Kampagne, ein Umweltbazar oder das Projekt WILMA. Es steht für WIr Lernen durch MAchen und ist eine Erfinderwerkstatt für Kinder ab dem Volksschulalter. Den Kindern werden die Nachhaltigkeitsziele der UN, die Sustainable Development Goals, auf Augenhöhe erklärt. Dann dürfen sie sich einen Schwerpunkt aussuchen und hierzu eine Erfindung kreieren. WILMA wurde in das youtstart.eu Projekt als challenge aufgenommen und in verschiedene Sprachen übersetzt.

 


Wie wird das von den Leuten angenommen?

Die Umweltthemen werden sowohl von den Schulen als auch als Teil unseres Freizeitprogramms sehr gut angenommen und sind immer gut besucht. Unser Wasserbuch wurde allen Lustenauer Volksschülern gratis zur Verfügung gestellt. Das Thema Lebensmittelverschwendung stand zum dritten Mal in Folge auf unserem Programm, weil es von den Schulen immer wieder nachgefragt wird.

 


Wie glaubt ihr, wie sich das in Zukunft entwickeln wird?

Wir sehen Greta Thunberg als Inspiration für die Jugend, wenn es um Einsatz für ihre Zukunft geht. Sie wird auch in Zusammenhang mit der Erfinderwerkstatt immer wieder erwähnt. Wir denken, dass sich das Interesse für unsere Umweltaktivitäten weiter entwickeln wird. Die Nachfrage gerade von Seiten der Schulen ist sehr groß und in den letzten Jahren gewachsen. Die Schüler*innen sehen wir als ideale Multiplikator*innen gerade auch für Umweltthemen, die die Informationen dann in die Familien tragen. Als erfolgreich haben wir auch die Methode gesehen, dass die Schüler*innen das Gelernte ihren Mitschüler*innen weitergegeben haben. Diese Methode werden wir in Zukunft bestimmt vermehrt einsetzen.

Auch sind wir immer bemüht, unser Netzwerk auszubauen und sehen hier Chancen für eine Weiterentwicklung - gerade in Bezug auch WILMA, aber auch andere Workshopformate. Mit Kindern zu schreiben ist uns sehr wichtig und so fließen Umweltthemen auch vermehrt in diesen Bereich ein. Einige Schulklassen haben uns schon spannende und vielseitige Berichte über die Erfinderwerkstatt und ihre Erfindungen im Umweltbereich geschrieben.

 

 

 

Gabi Hampson ist Wirtschaftswissenschafterin, Co-Leiterin von Designs in Mind und Geschäftsführerin von das W*ORT in Lustenau. 

Fotos: Frauke Kühn
 

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