Covid-19: Support für Vorarlberger Kultureinrichtungen, Kunst- und Kulturakteur*innen (Stand 30.11.20)

Eine Zusammenstellung aller aktuellen Unterstützungsmöglichkeiten in Vorarlberg und Österreich für von COVID19-Maßnahmen betroffene Kultureinrichtungen und Kunst- und Kulturakteur*innen. (Erstellt 11.04.2020)
Foto von Martin Schachenhofer

Wir bemühen uns, diese Informationen stets zu aktualisieren. Zusätzlich bitten wir um eigenverantwortliches Einholen des tagesaktuellen Stands auf den Internet-Seiten der entsprechenden Institutionen. Die jeweiligen Quellen sind unter den angegebenen Links oder am Ende der Themenbereiche zu finden.
Wir weisen auch darauf hin, dass sich coronabedingte Fördermaßnahmen, die von Bund und der Ländern angeboten werden, unter Umständen gegenseitig ausschließen können. Unsere Empfehlung ist, bei den Fördergeber*innen direkt danach zu fragen.

Unterstützungen für (gemeinnützige) Kulturvereine und Kultureinrichtungen: 

  • NPO-Fonds für gemeinnützige Vereine (wurde im Oktober 2020 um 3 Monate auf Dezember 2020 verlängert). Antragsberechtigt sind u.a. Non-Profit-Organisationen, etwa gemeinnützige Vereine, die die Voraussetzungen der §§ 34-47 Bundesabgabenordnung (BAO) erfüllen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

    >> Sitz und Tätigkeit in Österreich  (soweit es sich nicht um gemeinnützige Rechtsträger aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit handelt).
    >> Die Organisation besteht zumindest seit 10. März 2020.
    >> Die Aktivitäten der Organisation sind durch einen von COVID-19 verursachten Einnahmenausfall beeinträchtigt.
    >> Sie darf zum 10. März 2020 nicht materiell insolvent gewesen sein.
    >> Über sie wurde in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung keine rechtskräftigen Finanzstrafe oder Verbandsgeldbuße verhängt.
    >> Die Organisation hat zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die durch die Förderung zu deckenden förderbaren Kosten zu reduzieren.
    >> Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer*in/Steuerberater*in verpflichtend.
    >> Für die Höhe der Förderung sind die förderbaren Kosten ausschlaggebend. Diese werden zu 100% ersetzt. Details und stets aktuelle Informationen auf der Seite der IG Kultur Österreich.
     
  • Lockdown-Umsatzersatz für alle von Schließung bzw. dem Veranstaltungsverbot betroffenen (Kultur-)Einrichtungen und Unternehmen. Unabhängig von der Rechtsform und Unternehmensgröße wird pauschal 80% des Umsatzes ersetzt. 
    Angaben zu Voraussetzungen und wichtige Hinweise auf der Seite der IG Kultur Österreich.
     
  • Sonderförderung für Notfälle durch das Kulturressort des Bundes
    Am 06.11.2020 hat die Bundesregierung angekündigt, dass das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport (BMKOES) für Kultureinrichtungen, die trotz Inanspruchnahme aller möglichen Hilfsmaßnahmen immer noch existenzielle Probleme haben, eine Notfall-Förderung schafft, dotiert mit insgesamt 10 Millionen Euro. Die Details dazu sind noch in Arbeit.
    ACHTUNG INFORMATIONSPFLICHT: Die fördernden Stellen beim Bund (und auch beim Land und den Kommunen) sind umgehend über erforderliche Schließungen, Absagen oder Verschiebungen zu informieren und auch darüber, wenn finanzielle Schwierigkeiten absehbar sind. 
     
  • Fixkostenzuschuss für Unternehmen. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die durch die Corona-Krise einen Umsatzverlust von mindestens 40% im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 erleiden. Fixkosten sind u.a.: Geschäftsraummieten, betriebliche Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen, der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten, Aufwendungen für sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen, betriebliche Lizenzgebühren, Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation, Personalkosten, die für die Bearbeitung von Stornierungen anfallen, sowie ein Unternehmer*innen-Lohn von jedenfalls EUR 666,66 pro Monat, höchstens aber EUR 2.666,67 pro Monat, Nebeneinkünfte im Betrachtungszeitraum sind jedoch von diesem Unternehmer*innen-Lohn abzuziehen. Details hier.
     
  • COVID-19 Kurzarbeitmodell Phase 3, abgewickelt vom AMS
    Hier besteht die Möglichkeit, bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Normalarbeitszeit (und in Folge das Arbeitsentgelt) vorübergehend herabzusetzen. Ziel von Kurzarbeit ist es, die Arbeitskosten temporär zu reduzieren und gleichzeitig die Beschäftigten zu halten. Seit 01.10.2020 befindet sich das Kurzarbeitszeitmodell in Phase 3, die bis 31.03.2021 dauert.
  • Schutzschirm für Veranstaltungen - Ausfallhaftung für Absagen und Redimensionierungen
    Um die Planung und Durchführung von Veranstaltungen - trotz unsicherer COVID-Lage - weiterhin zu ermöglichen, hat die Bundesregierung im Oktober 2020 einen "Schutzschirm für Veranstaltungen" angekündigt. Konkret wird der Bund im Wege von Haftungen nicht stornierbare Kosten übernehmen, wenn schon in die Wege geleitete Veranstaltungen nicht oder nur reduziert stattfinden können. Anders ausgedrückt: Veranstaltende bekommen Ausgaben ersetzt, die nicht mehr stornierbar sind, wenn die Veranstaltung Corona-bedingt ganz abgesagt werden muss oder nur eingeschränkt stattfinden kann. Diese Maßnahme befindet sich aktuell (Stand November 2020) noch in Ausarbeitung. Mehr dazu hier.
     
  • Senkung der Umsatzsteuer auf 5%
    Die Umsatzsteuer für den Kulturbereich sowie Hotellerie und Gastronomie wird auf 5% gesenkt. Dies gilt seit 1. Juli 2020 bis einschließlich 31. Dezember 2020, eine Verlängerung bis Ende 2021 wurde angekündigt (jedoch noch nicht rechtlich umgesetzt).
    Der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 5% gilt unabhängig von bisherigen Ermäßigungen des Steuersatzes (im Kulturbereich z.B. 10% oder 13%) und anderen abgabenrechtlichen Begünstigungen (etwa §§ 34-47 BAO), also auch für gemeinnützige Vereine, sofern diese nicht steuerbefreit sind. 

    Umfasst sind von der Steuersenkung u.a.:
    >> Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler*in
    >> Leistungen von Theateraufführungen bzw. aus dem Betrieb eines Theaters, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen, Zirkusvorführungen und Museumsbetrieb
    >> Lieferung, Einfuhr und Erwerb von Publikationen (Büchern, Broschüren, Zeitungen und anderen periodischen Druckwerken, Noten, elektronische Publikationen wie Hörbücher und E-Books)  
    Für die Frage, welcher Steuersatz zur Anwendung kommt, ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung entscheidend. Bereits ausgestellte Rechnungen können entsprechend dem im Leistungszeitpunkt geltenden Steuersatz auf den Steuersatz iHv 5% berichtigt werden.
    Ob die Umsatzsteuersenkung an die Konsument*innen / Auftraggeber*innen weitergegeben wird, liegt im eigenen Ermessen.
    Weiterführende Links:
    FAQs des Finanzministeriums zur Umsatzsteuersenkung
    FAQs des Finanzministeriums zu Auswirkungen der reduzierten USt auf Registrierkassen
     

  • Herabsetzung und Stundung laufender Kosten

    Miete:

    Je nach Einschränkung der Brauchbarkeit kann nach den §§ 1104 und 1105 ABGB  durch einen „außerordentlichen Zufall“ der Miet- oder Pachtzins teilweise oder gänzlich erlassen werden. Diese Regelung könnte auch für Vereine, die aufgrund der Covid-19 Maßnahmen ihren Mietgegenstand nicht (z. B. wenn es sich um Veranstaltungsräumlichkeiten handelt) oder nur eingeschränkt nutzen können, zutreffend sein. Maßgeblich ist hier der vertraglich vereinbarte Mietzweck. Handelt es sich lediglich um Büroräumlichkeiten, so wären diese theoretisch trotz der Verbote weiterhin für die Mitarbeiter*innen (unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes) nutzbar. 

    Rechtsexpert*innen raten allerdings zur Vorsicht, da es auf den jeweiligen Miet- oder Pachtvertrag ankommt, ob eine Minderung oder Befreiung möglich ist. Diese gesetzlichen Regelungen sind nicht vertraglich verpflichtend und könnten abgeändert worden sein. Ferner empfehlen sie abzuwarten, ob die unabhängigen Gerichte der Rechtsauffassung nach §§ 1104 und 1105 ABGB folgen werden!

    Sowohl die Mietervereinigung als auch die Wirtschaftskammer bieten dazu Informationen und Musterschreiben an, um mittels eingeschriebenen Brief an den/die Vermieter *in oder die Hausverwaltung zu erklären, dass man die Miete nur noch unter Vorbehalt einer Mietzinsminderung einzahlt. Damit haben Mieter*innen die Möglichkeit, später vor Gericht einen Teil der Miete einzuklagen.

    FAQs der IG Kultur Wien zu Mietzinsfreistellung bzw. -reduktion infolge von COVID-19
    FAQs der Mietervereinigung zur COVID-19 und Mietzinsminderung
    Download: Mustervorlage Mietervereinigung Mietzinsminderung
    Download: Mustervorlage WKO Mietzinsminderung

    Steuern: 
    >> Möglichkeit einer Stundung bzw. einer Ratenzahlung der Steuern (ESt, KÖSt).
    Bereits bewilligte Stundungen werden automatisch bis 15.01.2021 verlängert, alternativ Möglichkeit auf Antrag einer Stundung bzw. Ratenzahlung bis 15.01.2021 via FinanzOnline
    >> Aussetzen von Gebühren und Verlängerung von Fristen.

    Voraussetzung für die Anwendung dieser Maßnahmen ist in allen Fällen, dass der*die Steuerpflichtige glaubhaft machen kann, dass er*sie von einem Liquiditätsengpass betroffen ist, der konkret auf eine SARS-CoV-2-Virus-Infektion zurückzuführen ist. Dazu zählt laut Information des Finanzministeriums explizit auch der Ausfall von Kulturveranstaltungen aufgrund behördlicher Verbote oder Ertragseinbußen durch Änderung des Konsumverhaltens. 
    BMF Informationsseite (inkl. Anleitungen) zu Stundungen und Ratenzahlungen

    Sozialversicherungsbeiträge für Dienstnehmer*innen:
    Der Nationalrat hat ein zweites Stundungspaket beschlossen, um bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen Dienstgeber*innen zu unterstützen. Seit 01.06.2020 gilt: 
    >> Für die Beitragszeiträume Februar, März, April 2020 ist eine verzugsfreie Stundung möglich, die Beiträge müssen bis spätestens 15. Jänner 2021 eingezahlt werden. Bei coronabedingten Liquiditätsproblemen am 15.01.2021 kann die Aufteilung auf 11 Monatsraten ab Februar 2021 erfolgen. Dabei fallen keine Verzugszinsen an (Antragstellung ab Februar 2021 möglich).
    >> Für die Beitragszeiträume Mai bis Dezember 2020 kann bei coronabedingten Liquiditätsproblemen ein Antrag auf Stundungen von maximal drei Monaten gestellt und Ratenzahlungen bis längstens Dezember 2021 vereinbart werden. Verzugszinsen fallen dabei an. 
    >> Beiträge für Dienstnehmer*innen, für die der/die Dienstgeber*in einen Anspruch auf Ersatz durch den Bund bzw. das AMS hat, etwa durch Kurzarbeit, Risikofreistellung, oder Quarantäne, sind von dem Stundungspaket ausgenommen. Die Beiträge sind zwei Monate nach Erhalt der Vergütung zu zahlen, Stichtag ist der 15. des Monats.
    >> Säumniszuschläge für verspätete Meldungen (außer Anmeldung) werden weiterhin bis 31. August 2020 ausgesetzt. 

    Die Grundregeln der Lohnverrechnung bleiben weiterhin aufrecht, auch die gesetzliche Fälligkeit für Beiträge bleibt bestehen. Die Anmeldungen zur Pflichtversicherung sind weiter fristgerecht vor Arbeitsantritt durchzuführen. Die monatlichen Beitragsgrundlagenmeldungen sind weiterhin zu den üblichen Terminen an die ÖGK zu senden. Dies gilt auch bei Kurzarbeit. 
    Informationsseite der ÖGK zur Corona-Unterstützung für Dienstgeber*innen

    AKM-Gebühren: Ruhendstellung der Aufführungsbewilligung für Veranstalter*innen. Die AKM ist bei jenen Mitgliedern, die AKM-Pauschalverträge haben, gesprächsbereit, das Veranstaltungsverbot zu berücksichtigen. Die AKM wird mögliche Lösungen je nach Höhe von Fall zu Fall unterschiedlich handhaben. Bitte nehmt Kontakt zu der zuständigen Geschäftsstelle in Vorarlberg auf. 
     

  • AWS Corona-Investitionsprämie
    Mit der Investitionsprämie sollen Neuinvestitionen gefördert werden. Die Basisprämie beträgt 7% der Investitionskosten, bei besonders förderwürdigen Investitionen in Digitalisierung, Ökologisierung sowie Gesundheit 14%. Eine Kombination mit weiteren Förderungen ist bewusst erlaubt.
    Gefördert werden Investitionsprojekte ab einem Volumen von € 5.000 bis maximal € 50 Millionen. Um die Untergrenze von € 5.000 zu erreichen, können mehrere kleinere Investitionen in einem Förderantrag zusammengerechnet werden, wodurch auch kleinere Investitionen z.B. auch für Geringwertige Wirtschaftsgüter möglich sind. Der Förderungsantrag muss sich zumindest auf einen zusammengerechneten Gesamtbetrag von EUR 5.000,- belaufen. Grundsätzlich muss es sich um aktivierungspflichtiges Anlagevermögen handeln, was bei Einnahmen-Ausgaben RechnerInnen äquivalent behandelt wird.
    Antragsberechtigt sind auch (gemeinnützige) Vereine, sofern sie "unternehmerisch" tätig sind. Dies trifft auf 99% der Kulturvereine zu - sobald auf eigenem Namen und auf eigene Rechnung Leistungen am Markt gegen Entgelt angeboten werden (also z.B. Eintrittskarten für Veranstaltungen). 

    Die Antragstellung ist (vorbehaltlich budgetärer Bedeckung) bis 28.02.2021 mittels Online-Antragstellung möglich.
    Details und weiterführende Informationen: 
    AWS FAQs Investitionsprämie 
    Richtlinien der aws Investitionsprämie

  • Indirekt Unterstützung erhalten Kultureinrichtungen, welche ihre geringfügig beschäftigten Mitarbeiter*innen behalten wollen und diese aber betriebsbedingt stundenmässig zurückstufen müssen, auch durch den Vorarlberger Härtefonds der AK (siehe folgender Beitrag).


Unterstützung für unselbständig Erwerbstätige:

  • Vorarlberger Härtefonds der Arbeiterkammer
    Auch geringfügig Beschäftigte und jene Erwerbstätige mit hybriden Arbeitsformen, auf die Förderkriterien der Härtefall-Fonds und weitere Unterstützungsmodelle des Bundes nicht zutreffen, können beim Vorarlberger Härtefonds ansuchen.  Die Vorarlberger Arbeiterkammer fördert nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel unselbstständig Erwerbstätige, die aufgrund des Coronavirus in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Die Hilfsaktion der Arbeiterkammer ist in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Landes Vorarlberg und den Vorarlberger Regionalbanken realisiert worden. Details zu diesem Unterstützungsmodell haben wir hier für euch zusammengestellt.


Unterstützung für selbständig Erwerbstätige, Künstler*innen und Kulturschaffende:

  • Unterstützung zur Abfederung von Einnahmensausfällen für selbständig tätige Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen (Kleinstunternehmen, EPUs, neue Selbständige, freie Dienstnehmer*innen) über den Härtefall-Fonds des Bundes, der über die WKO abgewickelt wird. Neu seit Oktober 2020: Es kann für bis zu 12 Monate aus dem Zeitraum Mitte März 2020 bis Mitte März 2021 Unterstützung beantragt werden. Über Details zur Abwicklung der Phase 2 informiert die IG Kultur Österreich.
     
  • Die Wirtschaftskammer Vorarlberg und das Land Vorarlberg vergeben im Rahmen des COVID-19- Unterstützungsfonds nach Maßgabe der dort verfügbaren Mittel Selbständigen, die aufgrund der Corona-Virus-Krise in eine existenzielle Notlage geraten sind, eine finanzielle Unterstützung. Unterstützungen aus dem COVID-19-Unterstützungsfonds können gewährt werden, wenn die/der Förderungswerber/in mit einem Umsatzrückgang im Ausmaß von mindestens 50 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres konfrontiert ist und dadurch in eine existenzielle Notlage gerät. 
    In Abhängigkeit von der konkreten Einkommens- und Vermögenssituation des Förderungswerbers sowie der nachgewiesenen laufenden Fixkosten kann aus dem COVID-19-Unterstützungsfonds ein einmaliger Zuschuss in Höhe von bis zu EUR 4.000,- gewährt werden. Wichtig zu beachten ist, dass zuerst beim Härtefallfonds angesucht wurde. Die Förderrichtlinien (inkl. Kontakt für Rückfragen) und der Antrag sind auf der Seite der WKO Vorarlberg zu finden.
     
  • Überbrückungsfonds für selbständige Künstler*innen und Kulturschaffende über die SVS (Sozialversicherung der Selbständigen). Antragsberechtigt sind Personen, die Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren. Mit Oktober 2020 wurde um 3 Monate bis Jahresende 2020 verlängert und der Betrag auf insgesamt EUR 10.000 / Person erhöht.
     
  • COVID19-Fonds & Unterstützungsfonds des Künstler-Sozialversicherungsfonds für Künstler*innen und Kulturvermittler*innen
     
  • „Kultur-Katastrophenfonds“, Sozialfonds und SKE-Fonds der Verwertungsgesellschaften für Urheber*innen und Interpret*innen 


Unterstützung für Familien: Corona-Familienhärtefonds des Bundesministeriums

Seit 15. April 2020 können Familien eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich („Corona-Familienhärtefonds“) beantragt werden.Grundvoraussetzung ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Österreich hat und dass zum Stichtag 28.02.2020 für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen wurde. Die Unterstützung kann sowohl unselbstständig als auch selbständig Erwerbstätigen gewährt werden, wenn das aktuelle Einkommen der Familie eine bestimmte Grenze gestaffelt nach Haushaltsgröße nicht überschreitet. Die Förderrichtlinien und der Antrag finden sich auf der Seite des Bundesministeriums.


Unterstützung vom Land Vorarlberg

  • Atelierförderung für auf Kommissionsempfehlung anerkannte und bisher vom Land geförderte Kunstschaffende. Vorgesehen ist eine monatliche Unterstützung in Höhe von 180 Euro, die für sechs Monate gewährt werden kann. Aus gegebenem Anlass wird die Atelierförderung nun auf alle Sparten ausgeweitet. Details auf der Seite der Vorarlberger Landesregierung.
    >> ACHTUNG: Die IG Kultur Vorarlberg weist darauf hin, dass dieses coronabedingte Förderinstrument den Förderrichtlinien des Härtefallfonds des Bundes oder des KSVF widersprechen könnte und empfehlen Kunst- und Kulturschaffenden daher dringend, zuerst beim Härtefallfonds, und falls es dort eine Ablehnung gibt, danach beim KSVF zu beantragen.
     
  • Arbeitsstipendien für professionelle Kunstschaffende, um in Arbeitsprozessen und Projektvorhaben zu unterstützen. Dies kann beispielsweise eine Recherche, die Konzeption einer Ausstellung, ein aktuelles Schreib- oder Kompositionsvorhaben, ein Filmprojekt oder eine Digitalisierungs-Maßnahme sein. Entscheidend ist nicht das Ergebnis, sondern die Unterstützung von Kunstschaffenden aller Sparten in ihren Prozessen. Bei positiver Beurteilung wird jedes Projekt mit 1.000 Euro unterstützt. Interessierte nehmen direkt Kontakt auf mit der Kulturabteilung des Landes

    >> ACHTUNG: Die WKO hat die Richtlinien geändert und künstlerische Arbeitsstipendien sind nunmehr kein Ausschlusskriterium für die Inanspruchnahme des Härtefallfonds mehr. Allerdings müssen diese als Nebeneinkünfte angegeben werden, hier mehr dazu.


    Für beide Förderinstrumente gilt das Allgemeine Antragsformular und die darin geforderten Unterlagen. Antragsberechtigt sind freischaffende Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten, die aufgrund der Corona-Krise in einer finanziellen Notlage sind. Grundvoraussetzung für die Vergabe ist ein biografischer Vorarlberg-Bezug (hier geboren oder länger hier gewohnt), eine bisherige Förderung des Landes (=anerkannte Antragsteller) oder eine antragsbasierte neue positive Beurteilung. Studierende sind von der Bewerbung ausgenommen. Nur vollständige Anträge können bearbeitet werden, eine gleichzeitige Berücksichtigung bei beiden Förderinstrumenten ist nicht möglich.
    Die Antragstellung erfolgt über das übliche Allgemeine Antragsformular der Kulturabteilung und enthält: Eine kurze, klare und verständliche Darstellung des Vorhabens/Verwendungszwecks (maximal eine A4 Seite), inklusive Darstellung, warum die Antragstellerin bzw. der Antragsteller von dieser Krisensituation besonders betroffen ist - etwa Absage von Auftrittsmöglichkeiten usw. (maximal eine A4-Seite), sowie ein kurzer künstlerischer Lebenslauf (ebenso maximal eine A4-Seite).

  • Vorarlberger Härtefonds für unselbständig Erwerbstätige, der über die Arbeiterkammer Vorarlberg abgewickelt wird. Von der Arbeiterkammer wurde uns im April 2020 Folgendes mitgeteilt: "(...) Wenn in einem Haushalt ein Arbeitnehmer und ein Unternehmer zusammenleben, dann muss der Unternehmer zuerst beim Bund ansuchen. Erst wenn von dort ein Zuschuss gewährt wird, oder eine Absage kommt, wird ein Ansuchen bei uns behandelt. Die aus dem einen Fonds zugesprochene Hilfe wird bei uns angerechnet – das heißt nicht, dass es dann bei uns nichts mehr gibt, sondern dieser Betrag wird zum Haushaltseinkommen dazugerechnet und dann entsprechend unserer Richtlinie behandelt."
    Wichtig: Es wird das Familieneinkommen betrachtet. Sinkt dies um 30%, begünstigt dies die positive Beurteilung des Antrags. Das Gute und im Vergleich zu anderen Unterstützungsmodellen Einzigartige an diesem Fonds ist, dass auch geringfügig Beschäftigte ansuchen können. In unserer Zusammenstellung mehr dazu.

     
  • locart - Verein zur Investition in Kunst und Kultur wurde im Frühjahr 2020 in Reaktion auf die Corona-Krise von 9 Kunst- und Kulturakteur*innen Vorarlbergs gegründet und sammelt von Privatpersonen und Unternehmen Gelder, die ausschließlich lokalen Künstler*innen und Kulturschaffenden zugute kommen. Im Herbst 2020 fand die erste Ausschüttung eines großen Geldbetrages an 36 Vorarlberger Kulturschaffende statt. Interessierte können sich an die Kontaktadresse wenden.
     
  • Niederschwellige und sofortige Unterstützung erhielten in Not geratene Kunst- und Kulturschaffende dieses Frühjahr über Stream in - Kunst hilft Kunst. Das von theatermobil -Macher Armin Weber und Musiker und Politiker Bernhard Weber initiierte Format strahlte seit Ende März jeweils montags und donnerstags um 20.20 Uhr ein die Auflagen beachtendes Live Streaming-Programm in der Theatergarage in Sulz mit Musik, Literatur, Kabarett und Statements aus, das Zuseher*innen über Spenden honorieren können. Die Spenden kamen Vorarlberger Kunst- und Kulturschaffenden zugute. Im Dezember 2020 wird das Format wieder aufgenommen.
     
  • Stiftungsinitiative "Stiftungen helfen Künstlern". Bei der Initiative können alle Kultur schaffenden Einzelpersonen einen Antrag auf Unterstützung stellen, die seitens des Corona-Härtefallfonds und des Künstler-Sozialversicherungsfonds aufgrund ihres rechtlichen Status keine Unterstützung erhalten. Ebenso können begründete Härtefälle eingebracht werden, wenn die Mittel aus den beiden Fonds nicht ausreichen, um die persönliche Lebenssituation abzusichern. Die Beurteilung der Vergabe erfolgt über einen Beirat. Alle Informationen über Antragskriterien und benötigte Unterlagen werden in den nächsten Tagen auf www.stiftung-oesterreich.at veröffentlicht.  
     
  • Herabsetzung und Stundung von Kosten wie Miete, Steuern, Sozialversicherung oder AKM siehe oben unter Vereine. 

 

FAQs der Kulturabteilung der Vorarlberger Landesregierung 

Auf der Website der Vorarlberger Landesregierung finden Kunst- und Kulturschaffende, die bereits im Fördersystem erfasst sind oder Projekte und/oder Ansuchen stellen möchte, Hinweise zu aktuellen Fragen und zum Vorgehen im Rahmen von COVID-19. Weitere Fragen werden unter folgendem Kontakt beantwortet:
Telefonisch: +43 5574 511 22305 / per Mal: @email 
Kundenverkehr: Montag bis Freitag 08.00 - 12.00 und 14.00 - 17.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung


Weitere Fragen oder das Bedürfnis nach Beratung?

Wir stehen telefonisch unter +43 (0)664 4600291 und per Mail unter @email beratend zur Verfügung.
 

Artikelfoto: Mit freundlicher Leihgabe durch Martin Schachenhofer, Berufsfotograf in Feldkirch

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