Wissen als Betriebsgeheimnis

Je "einfacher" und "übersichtlicher" sich die Welt präsentiert, desto schwieriger lässt sie sich dekonstruieren. Oder: Wie vermittelt man gut 200.000 Studierenden möglichst einfach, dass das Computerprogramm, das sie tagtäglich mit der Selbstverständlichkeit des scheinbaren Fehlens an Alternativen benützen, plötzlich "böse" sein soll?

Ausweitung der Interventionszone. Ein Förderpreis zur Politischen Kulturarbeit

Die IG Kultur Österreich hat sich 2003 zum Ziel gesetzt, das Verständnis einer politischen Ausrichtung von kultureller Praxis mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Die Überlegung fußt auf der Einsicht, dass die globalen Entwicklungen in der Sozial- und Wirtschaftspolitik auch im kulturellen Feld Verschiebungen in der Positionierung und Organisationsform nach sich ziehen werden.

Lang lebe Franz v. Assisi!

Kritische Bemerkungen zu Chantal Mouffes Beitrag Exodus oder Stellungskrieg? in Kulturrisse 01/04. "Wipe away transgression, Set the captives free." Bob Marley – "Exodus"

2003, the year continuity broke. Graz nach der Kulturhauptstadt

Graz hat gerade sein Landeskulturhauptstadtjahr hinter sich gelassen und gleichzeitig auch die Bereitschaft, mehr aus sich zu machen.

Neoliberale Zurichtung oder neue Chancen denken?

Die prekäre und auch feminisierte Arbeitsmarktsituation von Kunst- und Kulturschaffenden ist unumstritten. Doch um übers typisch österreichische Lamentieren, dass alles so schlecht sei, hinaus zu kommen, gilt es, konkrete Veränderungen zu fordern: einerseits veränderte politische Rahmenbedingungen (z.B. eine Reform der Reform der KünstlerInnensozialversicherung), andererseits aber auch Bedingungen zu schaffen, die anerkennen, dass künstlerische Arbeit Arbeit und nicht Hobby ist.

Kreativität des Spargels

Der kreativste aller Arbeiter Österreichs ist müde. Wolfgang Schüssel kann nicht mehr. Nicht weil es ihm an Kreativität fehlt, sondern vielmehr weil alle anderen inzwischen kreativ geworden sind.

Don’t be creative!

Das Kreativsubjekt kann alles. Es platzt vor Potenz. Es ist frei, flexibel, spontan, mobil und insgesamt herrlich. Insofern liebt es jeder - und am meisten liebt es sich selbst. Für die einen ist es der perfekte Bürger, Subunternehmer und Selbstversicherer, ein "Unternehmer seiner selbst": emsig fortschreitend auf dem langen Marsch zu Fortbildung und Selbstmanagement, vertraut mit den arkanen Taktiken des Guerillamarketings, gestählt in den Schützengräben permanenter Bildungsoffensive. Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

"... ‘cause girls just wanna have fun!" Anmerkungen zum Thema Gender in der Clubkultur

Seitdem sich die so genannte "Clubkultur" während der letzten Jahrzehnte zu einem profitablen Geschäft herausgebildet hat (in einigen Ländern wie Großbritannien kann von einer regelrechten Industrie gesprochen werden, die mit hiesigen Verhältnissen kaum vergleichbar ist), finden sich auch verstärkt Frauen in traditionell männlich definierten Positionen wieder: als DJs, VJs (Visual Artists), Musik-Produzentinnen, Technikerinnen usw.

Popmusikerinnen und Ladyfeste. Versuch einer Positionsbestimmung

Diskussionen, wie sie der britische Melody Maker 1991 noch unter der zweifelhaften Schlagzeile "Can Women Do the Rock’n’Roll?" führte, sind mittlerweile obsolet. Denn keine Musikzeitschrift und kein Radio würde es heute noch wagen, so an die Frage nach der Position von Frauen in der Rock- und Popmusik heranzugehen.

Black Culture – White Nature?

Einige KritikerInnen bezweifeln mittlerweile die Gültigkeit der Begriffe "Black Music", "afroamerikanische Musik" oder "white Music", zumal die Wurzeln der zeitgenössischen Rock- und Popmusik sowohl in der europäischen als auch in der afrikanischen Kultur zu verorten seien.

Anti-Rassismus in der Praxis aus Schwarzer migrantischer Sicht

In der weißen Mehrheitsgesellschaft stehen AfrikanerInnen symbolisch für (oft unerwünschte) Zuwanderung. Auch wenn sie schon lange Zeit in Österreich leben oder dort geboren sind, werden sie von Mehrheitsweißen als ZuwanderInnen gesehen. Häufig sind sie mit negativen Einstellungen und Vorurteilen konfrontiert.

VorRisse

Rassismus und Sexismus sind auf komplexe Art miteinander verknüpft. Erst durch das Zusammenwirken auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen entfalten sie die Macht, Frauen und MigrantInnen in bestimmter Weise zu markieren, um sie dann ein- oder auszuschließen.